un petit sourire

30. April 2016

#4 mal wieder eine Predigt über Luxusprobleme



Ich war zehn Jahre alt, als ich mein erstes Buch über 400 Seiten las. Ich habe unheimlich viel gelesen früher. Die letzten 4 Wochen habe ich so viel gelesen wie früher. Das knabenhafte, blond gelockte Mädchen von damals sitzt wieder in einer Ecke, versunken in neue ferne Welten, die es zu erkunden, Charaktere die es zu verstehen gilt und Gefühlswelten in die man sich allzu gern versetzen lässt.


Die Gabe lesen zu können ist etwas Wunderbares - ein Geschenk! Und da wären wir wieder beim Thema. In meinen Berichten während meines FSJ in Santiago de Chile habe ich nicht oft betont, dass wir, die Bewohner der ersten Welt uns regelmäßig vor Augen führen sollten, dass es sich bei 90% unserer Probleme um Luxusprobleme handelt.



Ist uns eigentlich bewusst, dass wir in Deutschland die unglaubliche Möglichkeit haben, studieren zu dürfen, ohne dafür 14 000 € das Semester hinblättern zu müssen. Klar -  die Diskussion, dass beispielsweise Akademiker Kinder eher studieren ist unumstritten und klar – das mit dem Bafög ist auch eine unheimlich nervtötende und echt frustrierende Sache. Aber ist es nicht ein unglaubliches Privileg mit einem Hauptschulabschluss irgendwann vielleicht doch noch das Fachabitur schreiben zu können, ist es nicht wunderbar, dass man seine Kinder in die Schule schicken kann, ohne Angst haben zu müssen, dass der Lehrer den Rohrstock statt Pädagogik zur Hilfe nimmt. Wir sollten uns immer wieder vor Augen führen, dass Kritik an unserem Bildungssystem Jammern auf aller höchsten Niveau ist und wir öfter mal mit einem lachenden anstatt weinendem Auge morgens dem Weckerklingeln entgegen blicken sollten. Wie calle 13 in seinem Lied adentro sagt „ si la gente del congo hubiese tenido tus oportunidades, estarian graduados de las mejores universidades.“



Das Gleiche ist es mit Wertgegenständen, Lebensstandarts, Sicherheit, Versicherung… es lässt sich so viel entspannter leben! Wer sich das nächste Mal über die lange Wartezeit beim Arzt beschwert, sollte unserem System danken, dass es so etwas wie eine Krankenversicherung gibt, und man keinen Kredit wegen einem Antibiotika aufnehmen muss.



Die Gabe der Dankbarkeit ist in der ersten Welt sehr oft extrem unterentwickelt. Seine persönliche Erfüllung sucht man in unendlichen Konsummöglichkeiten. Glück ist käuflich, Individualität oberflächlich, und das schlechte Gewissen schnell mit einer Patenschaft bei misereo wieder gut gemacht. Dieser Satz mag auf den ersten Blick total zusammenhangslos dastehen, auf den zweiten Blick macht er, finde ich, doch sehr viel Sinn.

Die Bilder habe ich bei einem spontanen Kurztrip an die Ostküste nach Jambiani geschossen. Wir hatten durchgehend schlechtes Wetter, die Farbpalette war dennoch überwältigend, die sich uns bot.

27. April 2016

#3 von Sonne, Strand, fullmoonparties und noch mehr Kaffee


512 von 1142 Seiten später melde ich mich wieder. 512 Seiten Ken Follett und ein Wochenende, das mal nicht nur aus lesen und Café trinken bestand.
Die fullmoonparty wird jedem Asien-backpacker ein Begriff sein -  Sansibar hat auch eine. Dafür sind wir eine Nacht nach kendwa, in den Norden Sansibars gefahren. 


Nach einer nicht endenden DalaDala Fahrt (der öffentliche Bus aka Lastwagenzumbusumgebautesirgendwas) und halber Stunde Marschiererei waren wir dann in Kendwa und mein Herz sang ein Loblied auf die Regenzeit, die uns vor halbnackten, peinlichen Touristenmassen verschont hat. So konnten wir einen ruhigen Nachmittag am Strand genießen und uns vom Rauschen des Meeres berieseln lassen.


Unser Sonnenuntergang war dann leider, dank sich auf türmenden Wolkenbergen, nicht so das gelbe vom Ei..


Die Nacht war ein Coctail aus nackten Füßen im Sand, Lifemusik, dem Kenwa Rock, tanzen, Musik, Meeresrauschen, Palmen, Mond und witzigen Menschen - alles in allem ein gelungener Abend.
Bilder habe ich leider nicht gemacht, weil ich meinem betrunkenen Ich weder eine Kamera noch den Besitz eines Smartphones zugetraut habe.


Endlich habe ich es außerdem auch mal geschafft nach Stone-Town zu fahren. Das Zentrum ist so laut, voll und wuselig - da drück ich mich immer davor. 


Der perfekte Ort zum Leute schauen eigentlich. Samstag morgen habe ich mich also 3 h in das "Stown Town Coffee" gesetzt, den herrlichen Kaffee dort getrunken, ein Stück vorzüglichen pitted dates cake in karamellsoße gegessen und begeistert die Mischung aus Touristen und Locals beobachtet die vor dem schattigen Caféhöfchen ihre Wege gegangen sind.


18. April 2016

#2 Von Kaffeeröstereien und ganz viel Zeit



Wenn man dann mal Zeit für sich selbst hat und einen schrecklich schlechten Internetempfang dazu, merkt man erst, wie wenig man sich sonst so mit einem selbst beschäftigt. Ich weiß nicht wann ich das letzte Mal so viel Zeit hatte um 3 Bücher innerhalb eineinhalb Wochen zu lesen, 2 h lang Kaffee zu trinken oder einen ganzen Nachmittag Phase 10 zu spielen -  beziehungsweise, ich weiß nicht wann ich das letzte Mal mir für so etwas Zeit genommen habe!




In meiner Natur liegt es, immer vor vergeudeter oder schlecht investierter Zeit auf der Hut zu sein. Nichts tun, muss gerechtfertigt sein.



Im Moment vergeude ich meine Zeit 24/7 -  und ich muss sagen, die Zeit ist unheimlich entspannt schlecht investiert.


Das Ergebnis dieser Zeit sind zwei Martin Suter Romane und das wundervolle Buch „zusammen ist man weniger allein“, ein langsam wachsender Durchblick in einem geborgten Physik 1 Skript für das nächste Semester, mit Sicherheit gruselige leere Blicke in den Garten voller Palmen und Bananenstauden, wundervolle Abend Stimmungen mit einer Tasse selbstgeröstetem Kaffee in der Hand, Autofahrten über die Insel, einer zwei stündigen schmerzhaften Zopfflechttortur, die meine Haare endlich ein klein wenig gebändigt hat.



Mein Highlight der Woche war mein erster Versuch meinen eigenen Kaffee zu rösten. Man kann es gar nicht in Worte fassen wie gut und so viel aromatischer der selbstgeröstete Kaffee doch schmeckt und wie verbrannt und bitter der gekaufte Kaffee plötzlich wird.




Die Kaffeebohnen haben wir hier auf dem Markt gekauft – arabica und robusta müsste es laut Auskunft sein. An einer Espresso Röstung habe ich mich nun auch schon versucht und freue mich schon drauf, diese in den nächsten Tagen ausprobieren zu können. Ich werde von dem aromatischen Ergebnis berichten.

12. April 2016

#1 Von Sansibar und unglaublich schlechten Handybildern

Wenn man einmal ein Jahr in einer fremden Kultur am anderen Ende der Welt gewohnt hat, merkt man schnell, dass einem Deutschland nicht mehr ausreicht – wer braucht schon Deutschland wenn er auch die Welt haben kann? So geht das mir zumindest.

Und so habe ich es vollbracht innerhalb von drei Wochen einen Urlaubssemsterantrag zu stellen, mein WG-Zimmer zu vermieten und für den Zeitraum von drei Monaten einen Flug nach Sansibar zu buchen.


Und jetzt sitze ich hier. Es regnet und die schwüle Luft lässt die Schweißporen meines Körpers auf Hochtouren arbeiten. Die großen Blätter der Bananenstauden absorbieren die abertausend Regentropfen und lassen diese in kleinen Sturzbächen zu Boden prasseln – seit mehreren Stunden beobachte ich dieses Spektakel schon und bin maximal entspannt. Ich habe, seit weiß Gott wie langer Zeit mal wieder zwei Bücher innerhalb von sechs tagen gelesen und jede Nacht mehr als 7 Stunden geschlafen.


Vielleicht war es die Flucht aus dem mehr als unbefriedigenden und stressigen Alltag aus Deutschland, vielleicht der Wunsch mal durchatmen zu können. Wenn man einen stressigen Alltag hat, dann doch wenigstens einen stressigen Alltag den man mit Motivation und Ziel vor Augen antritt. Das Gegenteil muss wohl auch der Auslöser gewesen sein, dass sich mein Maus-Cursor auf der Website einer Fluggesellschaft verirrt hat und eine anfängliche Kurzschluss Idee in Realität verwirklichte.



Drei ganze Monate bin ich nun hier. Wohne bei meiner Tante auf dem Grundstück und  unterrichte morgens meinen kleinen Cousin - Nachmittags atme ich durch. Wir leben abseits des Touristenhorrors, abseits der allbekannten sansibarischen Wellness Hotelburgen, irgendwo auf dieser Insel. Zum Meer sind es 10 Minuten mit dem Fahrrad, baden kann ich nur in Shorts und T-shirt – andere Kultur andere Sitten.






Das Internet ist hier unglaublich schlecht, aber ich hab mir vorgenommen euch die nächsten drei Monate mit auf die Reise zu nehmen - durch mein Zanzibar.

P:S. mit dann auch demnächst hoffentlich besseren Bildern, als von meiner iPhone-kamera..

10. Dezember 2015



Warme Waffeln und kuschelige Pullis - was will man mehr wenn die Natur meint sie müsste einen nur beim öffnen der Haustüre Schock gefrieren.



Ich habe zuzüglich noch einen halben Apfel dazu gerieben! Hat super fruchtig geschmeckt.


Wenn ich keine Buttermilch zu Hause habe, vermenge ich einfach Milch mit Joghurt. Der Vollrohr zucker gibt den Waffeln eine super leckere Karamell-Note!


Als ich heute morgen in den Spiegel blickte, musste ich erst mal lachen! Heute trage ich wirklich ausschließlich Nachhaltige Mode. Der Pulli ist mein Wunschlistenpulli von Armedangels. Die Qualität ist so unglaublich angenehm und kratzen tut er kein bisschen trotz Schurwoll-Anteil.
Meine Winterstiefel habe ich von HessNatur. Chromfrei verarbeitetes Leder und dank Schurwollfutter super wärmeisolierend! Auch den ersten Regen haben die Dinger überstanden. Habe sie davor natürlich mit Lederpflege behandelt.
Die Hose hab ich von einer oikos Kleidertauschparty. Man bringt da Sachen da hin die einem nicht mehr gefallen und darf sich dann dieser Anzahl entsprechend neue Teil suchen. Kleiderkreisel ohne nerviges Kleingedrucktes sozusagen.





22. November 2015




Man weiß es ja, irgendwie denkt man sich es ja jedes mal wenn man "Made in Bangladesh" liest. Aber wirklich ändern? 
"Ne ich bin Student, ich hab kein Geld für nachhaltig produziertes. Außerdem sieht das total blöd aus, ich lauf doch nicht rum wie so ein alternativer Freiburger Philosophie Student." 
In diesem Modus hab ich bis vor ein paar Monaten gelebt. Ich hab schuldbewusst Dokus angeschaut und dann doch bei H&M in der Umkleide gestanden und mir die billige Wurst aus dem Supermarkt Regal gekauft. "Ich bin ja Student, ich hab da kein Geld für."
QUATSCH! Es ist simple eine Sache der Konzentration aufs Wesentliche. Wir leben in einer Welt, in der Klamotten zu Wegwerf-Konsumgütern geworden sind. "Lass mal n Liter Milch und n T-Shirt kaufen". Dass das T-Shirt nach 5 mal waschen scheiße aussieht interessiert ja keinen, denn bei Primark auf dem Wühltisch wartet ein neues 3 Euro Shirt nur darauf konsumiert zu werden - und das ganz ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Warum denn nicht die nächste 100 Euro Bestellung bei Zara durch ein schönes, nachhaltig und besser verarbeitetes Teil von Armedangels ersetzen? 
Warum denn nicht eine sauber produzierte Jeans kaufen anstatt sein Krebsrisiko durch 10 billig Jeans zu erhöhen? Warum denn nicht mal überlegen bevor man konsumiert?

Ich weiß, die "unter 100€" sind ganz schön fies wenn man sieht, dass alle Dinge hier auf meiner Liste erst ab 90 € anfangen. Aber dann sollte man einfach mal seinen Schuhschrank öffnen, überlegen wie viel man denn erst kürzlich für den Wintermantel ausgegeben hat und wie viel der Grobstrickpulli von Mango dann doch gekostet hat.

Wir sind ja die Generation Müsli 2.0, alle plötzlich Vegan und bewusst, deshalb ist es nicht verwunderlich dass in kürzester Zeit einige wundervolle junge Labels gegründet worden sind, die dazu beitragen wollen die Modeindustrie von ihrem glorreichen Platz als zweitgrößter Umweltverschmutzer zu hohlen und Ereignissen wie Rana Plaza vorzubeugen. 
Das Design ist modern und modisch, die Online Auftritte professionell gestaltet und das Herzblut, das drin steckt spürbar. 



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22. Oktober 2015

22102015


Quinoabällchen im Dürümfladen





In letzter Zeit experimentiere ich immer öfter mit Quinoa. Diesen nur mit Salz und etwas Gemüsebrühe zu kochen und als Salat oder Reisersatz zu essen find ich langweilig und außerdem probiere ich gerne aus. 
Dieses Rezept hab ich an einem Vorlesungsfreien Nachmittag "erfunden", weil ich noch zufällig aus irgendeiner Supermarktaktion Dürümfladen daheim hatte und ich die spannend füllen wollte.
Außerdem sind die Dinger, meiner Ansicht nach, die super Eiweißbomben mit dem einen Ei drin. Also ist das ganz auch noch (wenn man elegant über den Käse hinwegsieht) #healthy.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim variiern und ausprobieren des Rezepts.


Was du brauchst:


Wer will kann noch Semmelbrösel hinzufügen oder die Bällchen in cornflakes wälzen - dem kreativen Geist sind da keine Grenzen gesetzt


1. Den gekochten Quinoa solltest du gut abtropfen und dann mit den restlichen Zutaten zu einer Masse verarbeiten. Wem noch etwas die Festigkeit der Masse fehlt kann Semmelbrösel hinzufügen. Was die Menge angeht, für zwei Portionen habe ich eine viertel Tasse Quinoa gekocht.

2. Die geformten Bällchen bäckst du knusprig braun in Olivenöl aus.
Während dessen erwärmst du am besten im Backofen die Fladen, damit sie sich danach besser rollen lassen.

3. Nun geht´s ans füllen:


Ich habe den Fladen mit Avocado bestrichen, mit Salat, Gurken und in Olivenöl angedünsteten Paprika und Feta belegt. Die Soße besteht aus etwas Jogurth, Milch, Salz und frischen Kräutern.


Guten Appetit!



29. September 2015

29092015











Ein Jahr kann schnell vergehen, ziemlich schnell, rasend schnell!
Nach einem Jahr lateinamerikanischem Leben bin ich nun wieder hier in Deutschland - zumindest physisch. 
Umgezogen bin auch schon und nächste Woche beginnt mein Studium - international fashion retail.

Das Licht war heute so schön, da dachte ich, ein paar nichtssagende Bilder mit nettem Abendlicht könnte ich doch benutzen um mal wieder ein Lebenszeichen zu geben. 
Die Schuhe habe ich in La Paz/Bolivien gekauft - oder war es Cusco? 


Fühlt euch gedrückt!

16. Januar 2015



Man glaubt es kaum, aber hier ist schon der nächste Post zu diesem Thema.
Ich ernähre mich gerade Low-Carb. Beziehungsweise orientiere mich daran. Morgens esse ich trotzdem noch mein Oatmeal mit Früchten oder einfach Müsli mit Joghurt - ansonsten würde ich wohl meinen 9 Stunden Tag mit einer 3/4 h Mittagspause nicht durchhalten.
Seid ich abends "lowcarb" esse schlafe ich auch besser, aber ich denk das ist keine weltbewegende Neuigkeit. 

Hier ein super leckeres Low Carb Rezept. Das mit Veränderung einer weniger Zutaten sogar Vegan ist.

Vorhang auf für die super leckere 
VEGETARISCHE ZUCCHINI LASAGNE

Du brauchst:
Für die Bolognese:

 eine halbe Handvoll Sojaschnetzel
1/2 Paprika
2 Tomaten
Knobi
etwas Rotwein
Gewürze aller Art (Paprikapulver, Salz, I
talienische Gewürze..)
etwas passierte Tomaten
Tomatenmark

Zucchini
Olivenöl
italienische Kräuter

Für die weiße Soße:
Frischkäse
Fettarme Milch ( 15%)
etwas Salz

Veganer können hier einfach Soyamilch und cashewmus beispielsweise nehmen.



Step 1
Alles klein schneiden. Die soyaschnetzel mit gaaaanz viel Gewürzen bestreuen und dann köcheln oder mit kochendem Wasser übergießen und ziehen lassen ( steht meistens hinten auf der Packung drauf).
Die zuchini in dünne Scheiben schneiden.




Step 2
Das Gemüse ( außer dem Tomaten) in etwas Olivenöl anbraten. Auf einem Teller die Zucchinischeiben mit Olivenöl beträufeln und mit Salz und Kräutern Würzen, darin wenden und etwas ziehen lassen.

Step 3
Wenn die Zwiebeln glasig sind, die soyaschnetzel und die Tomaten zugeben. Würzen und etwas andünsten. Dann die passierten Tomaten und das Tomatenmark hinzugeben. Gegebenenfalls mit etwas Wasser Strecken.auf kleiner Flamme köcheln lassen.




Step 4
In einer separaten Pfanne die zuchini Scheiben anbraten, bis sie schön knusprig Braun sind. 

Step 5
Aus den oberen Zutaten die weiße Soße zubereiten. 

Step 6
Wenn alles fertig ist, geht's munter ans stapeln. 
Und tadaaa eine leckere Lowcarb Lasagne, die super lecker schmeckt, toll aussieht und gar nicht lange braucht, weil sie nicht in den Ofen muss.


 


Ich mag übrigens überhaupt keine Zucchini. Aber in dieser Variante bin ein absoluter Fan.
Kleine lernstunde:
In chile heißt Zucchini "zapallo italiano", also italienischer Kürbis. Find ich irgendwie lustig. 


30. Dezember 2014



Traurig aber war. Mein letzter Post rund um dieses Thema liegt 9 Monate zurück. 9 Monate! -  ich sollte mich schämen. Mit sooooo viel Motivation bin ich gestartet, aber dann kam das Abi, der Stress drum herum, Seminare, Reisen, das mündliche Abi, Vorbereitungsstress für mein Auslandsjahr.. und plooop ist die schillernde Seifenblase voller Motivation geplatzt.
Der peinliche Grund weswegen ich jetzt mit noch mehr Motivation und Wille starte ist folgender: Ich habe extrem zugenommen. In Chile hat der Großteil der Bevölkerung was die Ernährung und die Lebensmittel angeht das Verhalten eines übergewichtigen Kleinkindes ( Es sind hier auch knapp 70% Übergewichtig und 95% der Bevölkerung ernährt sich ungesund). "Mit Milch nimmt man zu, aber wenn man das innere des Milchweckchens entfernt, dann ist das natürlich gesünder." O-Ton meine Arbeitskolleginen. Vor meiner Abreise nach Chile habe ich mich eine Zeit lang Vegan ernährt. Eigentlich hatte ich vor, nach einer kleinen Eingewöhnungsphase im neuen Land wieder anzufangen, aber hier ist eine ausgewogene vegane Ernährung ein Ding der Unmöglichkeit. Als Deutscher kann man sich kaum vorstellen, dass ich hier richtig suchen muss bis ich 100% natürlichen Fruchtsaft bekomme - Saft ist hier Fruchtnektar mit viel Wasser und noch mehr Zucker.Nur ein Beispiel von vielen.
Und Tadaaa da haben wir das Problem, wenn es kein Vollkornbrot gibt, dann isst man halt Weißbrot, wenn es keinen richtigen Saft gibt, dann trinkt man halt die Nektarzuckersuppe. Und es versteht sich von alleine, dass ich natürlich alle Spezialitäten des Landes durchprobiere. Blöd nur, dass die Chilenen unheimlich gerne Frittieren, sehr fettig oder sehr süß essen.
So, jetzt habe ich mich genug rausgeredet - und würde mal sagen : Morgen ist Silvester lass uns doch klassischer Weise ins neue Jahr mit Energie, Motivation und hoffentlich bald einer paar Kilos weniger starten.

Iiiiiich weiß, das Rezept, das jetzt kommt ist vollkommen uneinfallsreich und eigentlich braucht man dafür kein Rezept, ABER bist du manchmal nicht auch zu faul zum Nachdenken und sucht dann nach genau solchen Rezepten? Einfach, Gesund und supergalaktischoberhammerdupersuperlecker. 

Vorhang auf für den 

BESTEN BUNTEN SALAT MIT AVOCADO UND HÜHNCHEN


Du brauchst:



- Avocado ( Palta wird das hier genannt) gibt es in Deutschland natürlich nicht Kiloweise wie in Chile, dennoch weiß ich, dass beispielsweise der Lidl öfters mal Avocados im Sortiment hat und auch der Edeka. -

Für die Salatsoße brauchst du:





Und natürlich :


Ich mix immer zu Beginn schon die Salatsoße und lass die Frühlingszwiebeln darin etwas ziehen.
 Salatsoßen mische ich grundsätzlich nach Gefühl und probiere gefühlte 238908 mal. 


Dann gehts munter ans schnibbeln und stapeln. Mein Ergebnis:


Gäbe es hier Fetakäse, würde ich wahrscheinlich noch welchen dazu geben. Aber man kann halt nicht alles haben *schnieeeef*
Und bin ich die einzige die Tomaten immer mit dem Brotmesser schneidet?


Das Hühnchen salze und pfeffere ich und brate es in etwas Olivenöl ein bis es schön knusprig braun ist.

Dann der große Showdown:


Sieht das nicht einfach fantastisch aus?! Ich hab mich verliebt! Und schmecken tut es noch 100 mal besser!

27. Dezember 2014




Detaillierte Berichte über die einzelnen Reisen findet ihr auf meinem 2. Blog und ganz viele schöne Bilder!


Seid ich die Schule beendet habe, bin ich eigentlich nur noch am Reisen. Und das ist wunderschön! Erst habe ich mit einem Interrailticket Europa erkundet, dann war ich in den Alpen wandern, darauf hin in München und Köln dank den Vorbereitungsseminaren meiner Organisation. Hier in Chile sitze ich nun fast jeden Monat einmal in einem Fernreisebus um einen neuen Teil dieses wahnsinnig großen und schönen Landes kennen zu lernen- den vielen Feiertagen hier sei dank. Ich will das gar nicht bestreiten, dass eine der Motivationen dieses FSJ in Lateinamerika zu absolvieren, das Reisen, das Kennenlernen von neuen Kulturen und Sprachen ist. 



In letzter Zeit wird dieses Thema ja sehr kontrovers diskutiert. Das Vorurteil " Abiturienten wissen nichts mit ihrem Leben anzufangen, also fahren sie ins Ausland um unqualifiziert irgendwo zu helfen und hauptsächlich Urlaub zu machen." 
Das ist vollkommener Quatsch. Klar tendiert man zu einem Auslandsaufenthalt, wenn man noch nicht weiß was man studieren soll. Dies ist aber auch nicht immer so. Ich zum Beispiel habe meinen Studienplatz schon sicher und weiß zu 100% was ich mal später machen will. Dieser Studienplatz wird mir nun ein Jahr freigehalten, da ich ein staatlich anerkanntes FSJ absolviere.
Auch sind diese Jugendlichen auf keinen  Fall unqualifiziert. Meine Organisation zum Beispiel lässt nur ausgebildete Pfleger in unserem Projekt mit Menschen mit Behinderung arbeiten. Ich selbst habe eine Ausbildung zur Jugendleiterin und Babysitterin und in Deutschland über Jugendgruppen und Ferienfreizeiten schon viele Erfahrungen mit Kindern gesammelt und arbeite nun hier in einer Kindergrippe. Uns FSjlern ist zu dem auch bewusst, dass wir in einem Jahr nicht die Welt verändern können und nur die wenigsten haben das berühmte "Mutter-Theresa-Syndrom" und denken, ohne sie könne man vor Ort nicht leben.


Das Vorurteil, diese Jugendlichen wollen ja eh nur Urlaub machen und Reisen ist klar nicht erfunden.
FSJler sind viel am Reisen, das ist Fakt. Aber erstens nicht NUR und zweitens sollten diese Kritiker auch mal einen anderen Sichtpunkt einnehmen und nicht immer alles nur kritisieren.
In ein paar Jahren wird diese FSJ-Generation fest im Berufsalltag verankert sein. Eine Generation, die mehr als eine neue Kultur kennen gelernt hat, eine Generation, die mehr als eine Sprache fließend spricht, eine Generation, die mehr als eine Mentalität kennt, eine Generation, die mehr gesehen hat, als das Mittelmmeer und die Ostsee, mehr gegessen hat als Brezel und Knödel, mehr gesehen hat als Reihenhäuschen mit Gartenzwergen und eine Generation mit Kontakten aus aller Welt 
Nur einmal so als Gedanke.


Aber zurück zum Thema; wer richtig reist kann so viel lernen, sehen und sich verändern. 
"Man sieht nur was man weiß" hat einmal ein ehemaliger Geographielehrer von mir gesagt und wo er recht hat, hat er recht. Und wenn man einmal in die Routine gekommen ist, liest man mehr wissenschaftliche Texte als in der kompletten Schulzeit. Was ist schon Valparaíso ohne den geschichtlichen Hintergrund, warum sollte man sich über zerstörte Gebäude in Talca wundern, wenn man doch die Berichte über das starke Erdbeben in Chile vor ein paar Jahren im Internet findet, warum sollte ich in einer Stadt leben über die ich so gar nichts weiß. 
Wer Reisen nicht als natürlich ansieht sondern jeden Augenblick genießt, jeden neuen Eindruck in sich einsaugt, jeden Geruch in Erinnerung behält und jedes Geräusch als Nummer 1 Hit abspeichert - diese Menschen haben ein reicheres Konto als jeder Ölscheich.



Ich habe dieses Jahr sehr viel mehr über mich gelernt, und das verdanke zu einem Großteil den Reisen. Du lernst dich einfach besser kennen wenn du mitten in Belgien stehst und einen Zug verpasst hast, den du unbedingt brauchtest und jetzt eine Notlösung suchen musst, wenn Mama und Papa nicht mehr deinen Urlaub planen und finanzieren und du nun die Hostels buchen musst und die Reise organisierst, wenn du auf einer anderen Sprache mit dem Hostelbesitzer über einen falschen Preis diskutieren musst, du vor der Entscheidung stehst ob du jetzt das Museum besuchst, weil deine Eltern dich plötzlich nicht mehr dazu zwingen...


Ich bin sehr dankbar um all die Erfahrungen, die ich sammeln konnte und noch sammeln werde, denn wenn es eine Investition gibt, die sich 100% lohnt, dann ist es Reisen. Von Reisen hast du garantiert später  mal mehr, als einer Daniel Wellington Uhr oder einem Triangl-bikini. Diese Erfahrungen kann niemand nehmen, löschen und stehlen. Dein Reisen-Konto wird dein einziges Konto sein, auf dem du stehts reicher wirst und der Umgang damit erfahrener, erwachsener, spontaner und offener.